Wer wir sind
Das KFZ ist ein soziokulturelles Zentrum. Ohne uns lange
in Erklärungen verheddern zu wollen, was das KFZ unter Soziokultur
versteht, schlagen wir einen Blick in das monatlich erscheinende,
gratis in Marburg ausliegende Programmheft vor, und da fällt
auf, daß hier Veranstaltungen politischer und kultureller
Art gleichberechtigt stattfinden sowie Initiativen und Gruppen,
ebenfalls mit unterschiedlichen Zielsetzungen, ihre wöchentlichen
Treffen abhalten.
Keine Frage, das KFZ versteht sich als politisch, nicht
aber als parteipolitisch orientiert – dafür ist das Team viel
zu unterschiedlich drauf. Als kleinster gemeinsamer Nenner der politischen
Ausrichtung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter könnte genannt
werden: Links. Aber was ist heute schon links...
Kurz etwas zur Organisationsform: Das KFZ wird von einem "e.V."
(Name: Initiative Kommunikations- und FreizeitZentrum Marburg
e.V. – aha, daher der Name!) getragen, ist also keine städtische,
kirchliche oder sonstwie abhängige Institution.
Im KFZ arbeiten z. Z. drei fest Angestellte, zwei Auszubildende,
drei Praktikant_Innen und zwei Zivis; außerdem – und für
den Laden sehr wichtig – wirken weitere ca. 15 ehrenamtliche Mitarbeiterinnen
und Mitarbeiter regelmäßig an dem Projekt mit, die zusammen
mit den Hauptamtlichen das KFZ-Team bilden, ein mehr oder weniger
basisdemokratisch organisiertes Kollektiv, das sich einmal
die Woche donnerstags abends trifft, um die anfallende Arbeit zu
besprechen und zu verteilen.
Was die wenigsten wissen: Das KFZ-Team ist eine offene Gruppe,
offen für alle, die mitarbeiten, sich beteiligen, sich einbringen,
aktiv werden wollen. Bei Interesse einfach mal hingehen und nachfragen!!!
Seit 12 Jahren arbeitet die KFZ-Frauenkulturgruppe "Ladies in
Culture". Sie hat sich mit dem Ziel zusammengeschlossen, Frauenkultur
von Frauen für Frauen, aber auch für ein gemischtgeschlechtliches
Publikum zu veranstalten. Ebenfalls bietet sie neben Frauenkabarett,
-theater und Konzerten mit Frauenbands auch thematische Reihen an
("Frauen und Computer", "Hexenwelten", "Frauen in Bewegung", 'Höhepunkte',
'Wilde Frauen', '55° Nord' etc.).
Wo wir arbeiten
Das KFZ arbeitet inzwischen seit über 30 Jahren in der Schulstraße
6, in den ersten zehn Jahren unter engen, teilweise chaotischen
Bedingungen (Stichwort Sperrmüllkultur), seit dem Um- und Erweiterungsbau
(1986/87) in den jetzigen Räumlichkeiten: Foyer, 130-qm-Saal
(bestuhlt 200 Plätze), zwei Gruppenräume (20 und 40 qm),
drei Büros, Toiletten (auch für Rollis!), Getränkekeller,
Werkstatt. Durch technische und bauliche Erweiterungen bzw.
Verbesserungen ist das KFZ in der Lage, den unterschiedlichsten
Aktivitäten Raum zu bieten. Dabei steckt sich das Team hinsichtlich
der Bandbreite des Programms keinerlei Grenzen – im KFZ kann wirklich
(fast) alles stattfinden (wenn wir es bezahlen können...).
Jeden Monat finden bis zu 20 Veranstaltungen aus den unterschiedlichsten
Sparten statt, wobei die Bandbreite sehr groß ist; im Jahr
kommen ca. 40.000 Besucher, und mehrere Initiativen nutzen z. Z.
unsere Räume für ihre Treffen.
Was wir machen
Der Schwerpunkt der KFZ-Arbeit liegt zweifellos auf dem Veranstaltungssektor,
die Betonung im Wort Soziokultur auf der zweiten Hälfte des
Begriffs.
Im Bereich Musik ist das Zentrum bekannt für sein Engagement
auf dem eher progressiven Sektor, von dem innovative Impulse für
die populäre Musik ausgehen. Aber auch Blues-Nächte, das
FolkClub- und das Weltmusik-Programm, die Konzerte der Jazzinitiative
und die "Lauschangriff"-Reihe mit zeitgenössischer Musik "zwischen
E und U" haben Bedeutung im Marburger Konzertangebot, sind aber
auch überregional renommiert. Auf der Bühne des KFZ finden
ebenfalls regelmäßig Kabarett- und Kleinkunstauftritte
(Reihe "Zwerchfälle") statt, wogegen das Haus für
Theaterproduktionen weniger geeignet ist. Aus allen Sparten sind
im KFZ mittlerweile namhafte, auch international berühmte Künstler
aufgetreten (von Helge Schneider bis Juan José Mosalini,
von Matthias Beltz bis UK Subs, von Pentangle bis Maceo Parker,
von Roscoe Mitchell bis Peter Hammill, von Element of Crime bis
Richie Havens usw. usw.); gleichzeitig aber feiert der legendäre
"Marburger Abend", die Offene Bühne, die mittlerweile
bereits über 170 mal mit Riesenerfolg stattgefunden hat, Triumphe
mit einem Programm ausschließlich aus der Marburger Szene.
Zusammengenommen kann man sagen, daß hier Kultur live
stattfindet, die kommerziellen Veranstaltern nicht kommerziell genug
ist, die ein – teilweise zahlenmäßig großes – Minderheitenpublikum
anspricht, die nicht medienkonform ist, die auch innovativ bis experimentell
bis avantgardistisch ist, die als Gegenkultur oppositionell ist
zum Mainstream der HR3- oder SAT1-"Kultur".
Außer den genannten Aktivitäten finden noch Diavorträge,
gelegentlich Film- und Hörspielvorführungen
statt. Nicht vergessen sollte man auch die (monatlichen) Feste
und Feten, die zwar das KFZ nicht zu einer Disco machen sollen,
aber doch einen wichtigen "kommunikativen Aspekt" haben und ebenfalls
Aspekte der zeitgenössischen Kultur widerspiegeln.
Neben den diversen Kulturterminen gibt's die schon erwähnten
politischen Vorträge, Podiumsdiskussionen und
Infoveranstaltungen, die teilweise von externen Initiativen
(Pro Familia, AIDS-Hilfe, Schwulengruppe, DFG/VK etc.), teilweise
vom KFZ selbst initiiert und durchgeführt werden (Landwirtschaftsreihe
'Wachse oder Weiche', Widerstandsreihe, "Utopien"-Reihe u.a.).
Wer nähere Informationen möchte: Im KFZ kann man eine
ausführliche Selbstdarstellung bekommen; außerdem steht
jede/r Ehrenamtliche oder Hauptamtliche für Gespräche
zur Verfügung.