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10. Juni 2004: 12. Nacht der Stimmen
Wirsing Querbeet (Deutschland)
6-Zylinder (Deutschland)
Maryam Akhondy & Banu (Iran)
baSix (Dänemark)
Wirsing Querbeet (Marburg)
Los
geht das Festivalprogramm wie immer mit einem "local hero"-Ensemble.
Im Vordergrund der Arbeit des Marburger Chores Wirsing Querbeet steht
"der Spaß am Singen mit kultivierter Stimmbildung", wie
sie es selbst ausdrücken. Die 14 Sängerinnen und Sänger
singen bereits seit 10 Jahren zusammen - vor 6 Jahren auch ein erstes
Mal bei den STIMMEN - und haben, seit August 1999 unter der Leitung von
Jean Kleeb, ein vielseitiges a-cappella-Programm erarbeitet.
Das Repertoire umfasst englische, französische und italienische Madrigale,
Folklore aus Kolumbien und Brasilien sowie Inka-Musik, Chorlieder aus
Mazedonien, russische geistliche Gesänge und viele mitreißende
Songs von Billy Joel, Michael Jackson und den Beatles. Das Programm setzt
sich so aus verschiedenen Richtungen der Chormusik zusammen, was aber
durchaus einen eigenen Reiz ergibt und dem Chornamen einen Sinn.
6-Zylinder (Münster)
Wir
sind ihnen noch einen Auftritt auf der Schlossparkbühne schuldig,
denn vor sieben Jahren war "ihre" NACHT DER STIMMEN die bisher
einzige, die ins (Regen)Wasser fiel (Stammgäste werden sich erinnern?),
und die 6-Zylinder mussten, nach Abbruch des Festivals, leider unverrichteter
Dinge wieder nach Münster fahren. Dieses Jahr sind sie endlich wieder
dabei, und wir hoffen, dass das Wetter diesmal mitspielt und sie ihren
Namen in "6-Sonnenhüte" ändern müssen!
Madrigal, Chanson, romantische Lyrik, sinnfreier Scatgesang, klassische
Komposition, skurrile Schlagerarrangements, Songs zum Verlieben und heiter-intelligente
Eigenkompositionen - all das umfasst der musikalisch weit gespannte Horizont
des Sextetts, das sein Publikum seit nunmehr genau 20 Jahren a cappella
begeistert und deshalb auch im Rahmen des Festivals einen Ausschnitt aus
seinem Jubiläumsprogramm zu Gehör bringen wird.
Die Gruppe wirkt wie zufällig zusammengewürfelt. Aber was diese
Crew musikalisch zu bieten hat, ist ein Feuerwerk artistischer Zungen-
und Kehlkopfakrobatik. Da gibt es ungewöhnliche Harmonien zu hören
und raffinierte Synkopen, jazzigen Scatgesang und schwierigste Arrangements
moderner Popversionen, die in ihrer dynamischen Breite und ihrer tonalen
Vielfarbigkeit den Zuhörer immer wieder aufs neue verblüffen.
Von den süßlichen Schwebetönen des Soprans (jawohl, des
Soprans!) bis zum abgrundtiefen Bass reicht die Palette der schillernden
Klangfarben, welche die "6-Zylinder" auf unzähligen Zwischenstationen
in meisterlichen Akkordkaskaden aufleuchten lassen.
Und neben den über jede Kritik erhabenen vokalen Fähigkeiten
beeindrucken sie auch durch ihr komödiantisches Talent - augenzwinkernd
witzig, mit der Fähigkeit zur Selbstironie. Immer ein bisschen Understatement,
mehr unter der Haube haben, als zu sehen ist: Qualität hat man, über
die spricht man nicht.
Maryam Akhondy & Banu (Iran)
Im
berühmt-berüchtigten dritten Programmpunkt bieten wir dieses
Jahr etwas ganz Besonderes.
Gegründet und geleitet von Maryam Akhondy, der bekannten klassischen
iranischen Sängerin, singt der Chor Banu alte persische Volkslieder.
Es gibt, was persische Musik oder gar Frauentöne aus dem Iran betrifft,
außer diesem Ensemble kaum Vergleichbares. Insofern ist die Musik
dieses Chors einmalig.
Maryam Akhondy ist international bekannt geworden als jahrelange "Frontfrau"
der Schäl Sick Brass Band - unvergessen ihre Lieder, die teilweise
mit dem Deutschen Schallplattenpreis ausgezeichnet wurden.
In jüngster Zeit widmet sich die engagierte Künstlerin verstärkt
ihren iranischen Wurzeln und gilt bereits als Virtuosin der jüngeren
Generation des klassischen persischen Gesangs. Sie beeindruckt vor allem
durch die Technik der Tahir-Improsivationen, Vokalkoloraturen, die mit
scheinbarer Leichtigkeit über Tonintervalle hinweggleiten.
Die iranischen Volkslieder hat Maryam Akhondy für einen kleinen Chor
bearbeitet. "Banu" ist das persische Wort für 'vornehme
Frau', und so nennen sich die sieben Frauen, die zusammen mit Maryam fröhlich
und entspannt sehr persönliche Konzerte geben.
Was die musikalische Seite eines solchen Konzertes angeht, so sind die
Stücke nach dem Vorsänger-Chorus-Prinzip aufgebaut. Die Chorus-Refrains
zeigen, neben Unisono-Gesang, überraschenderweise häufig Mehrstimmigkeit.
Rhythmisch markant unterlegt und gestützt werden die Lieder von Trommeln
sowie Klanghölzern und Fingerzimbeln. Das alles zusammen ergibt ein
lebendiges und zumeist eben humorvolles Musizieren, das dem Publikum viel
Vergnügen bereitet und alle, unabhängig ihrer Herkunft, völlig
begeistert.(Foto: Bernd Schmitz)
baSix (Dänemark)
Zum
Ausklang des Festivals ein neuer Exportschlager aus Dänemark: sechs
junge Herren, die seit 1999 Europas a-cappella-Szene als Nordsterne aufmischen
und mit ihrem "Stimmeinsatz" auf höchstem Niveau, ihrem
skandinavischen Humor und ihrer enormen Bühnenpräsenz einen
tollen Schlusspunkt auf der Schlossparkbühne setzen.
Nach ihrem Erfolg bei der dänischen Vorausscheidung
zum "European Song Contest" waren sie Gäste in vielen Fernsehshows,
absolvierten 250 Auftritte in 12 Monaten und verkauften ihre erste CD
so oft, dass sie als erste und einzige A-Cappella-Gruppe der Welt eine
goldene Schallplatte dafür erhielten, und sie schafften es auf Anhieb
unter die top ten der bestverkauften Scheiben in ihrem Land. Nie zuvor
war "vocal pop" so erfolgreich in Dänemark - das aktuelle
Programm hat baSix in unserem Nachbarland zu Stars gemacht.
Die jungen Männer mit hervorragender Gesangsausbildung präsentieren
eine vokale Melange aus Pop, Jazz und Funk. Zum Erfolgsrezept des Sextetts
gehören eine sorgsam ausgewogene Mischung musikalischer Stilelemente,
pointierte choreographische Mittel und ganz viel Herzblut in den Stimmen.
Das Gros des Programms von baSix ist selbst komponiert, und überhaupt
wirken viele der Songs wie ganz persönliche Statements der sechs
Sänger. Cover-Versionen tauchen auch gelegentlich im Programm auf,
haben es dann aber in sich, wie zum Beispiel eine soulige Version von
"Come together" von den Beatles, eine fetzige des Klassikers
"Baby Love" von Mothers Finest oder "Purple Rain"
von Prince.
Soul und Rhythm & Blues sind die musikalischen Eckpfeiler des Sounds
von baSix. Dazwischen betören die Jungs das Publikum mit weichen
Schmusesongs aus eigener Feder ebenso wie mit gut gelaunten Liedern in
Italienisch, Türkisch (!) oder Dänisch.
Manchmal könnte man meinen, es mit einer Boygroup des A-cappella
zu tun zu haben, wären da nicht die raffinierten harmonischen Arrangements,
die den gefälligen Touch einiger Stücke schnell vergessen lassen.
baSix bieten zum Abschluss des STIMMEN-Festivals eine ebenso mitreißende
wie unwiderstehliche Show.
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