Awareness im KFZ

Flussdiagramm zum Awareness-Konzept

Was ist Awareness?

Awareness bedeutet, einen rücksichtsvollen, verantwortungsbewussten und solidarischen Umgang miteinander zu etablieren und zu pflegen. Es sollen Räume geschaffen werden, die die Selbstbestimmung verschiedener Communities stärken – parteilich und solidarisch. Mit Awareness-Arbeit lernen wir gemeinsam, die Grenzen aller zu respektieren und Diskriminierung und Gewalt entgegenzutreten. Wir unterstützen Personen, die diskriminierende Erfahrungen machen.

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Historischer Abriss:

Awareness-Arbeit in Deutschland geht bis in die 1970er zurück. Ihr Ursprung entstammt der zweiten Frauenbewegung (Stichworte: Gewalt gegen Frauen & LGBTIQ+-Personen in familiären, partnerschaftlichen, strukturellen und gesellschaftlichen Kontexten). Parallel dazu entwickeln sich Awareness-Konzepte aus rassismuskritischer Feminismus- und Bildungsarbeit in den USA.

Verbreitung & Etablierung:

· 2007: Begriff “Awareness” taucht im Rahmen des Protestcamps G8-Gipfel auf

· 2012: Gründung erste Festival Awareness Crew auf dem Fusion-Festival

· 2016: Konzept “Wo ist Luisa?” von Münsteraner Frauennotruf gestartet

· 2017: FKP Scorpio führt “Wo geht es hier nach Panama” auf ihren Festivals ein

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Betroffenenzentriert agieren

Oftmals dreht sich alles um gewaltausübende Personen – ob in der Justiz, den Medien oder in gesellschaftlichen Reaktionen, wenn Gewalt und Diskriminierung geschehen. In der Awareness-Arbeit gehören von Gewalt und Diskriminierung betroffene Personen in den Fokus! Betroffene in Krisen und nach Vorfällen zu unterstützen macht einen realen Unterschied. Diesen Perspektivwechsel wollen wir begleiten, vertreten und bewerben!

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Wie sieht Awareness in der Praxis aus?

Wie Awareness ganz praktisch aussieht, ist sehr unterschiedlich. Einer breiteren Öffentlichkeit wird Awareness inzwischen zunehmend über Awareness-Teams bei Veranstaltungen bekannt.

Awareness hat verschiedene Ebenen: Die Strukturebene (Awareness-Konzept) und die Unterstützungsebenen (unter anderem aber nicht nur): Awareness-Teams.

Awareness ist eine Haltung. Awareness ist die Arbeit daran, bei den eigenen Veranstaltungen oder in den eigenen Gruppenstrukturen etwas gegen Gewalt und Diskriminierung zu unternehmen.

Awareness ist ein Prozess, der nie abgeschlossen ist.

Awareness ist feministische Solidarität.

Awareness ist konkrete Unterstützung von Betroffenen und setzt diese in den Fokus!

Awareness ist Prävention, Intervention und Transformation, setzt strukturell an gesellschaftlichen Machtverhältnissen an, funktioniert im konkreten vor allem als Unterstützung in Betroffenenzentrierung.

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Gemeinsame Werte

Wir erkennen an, dass Diskriminierung, Machtmissbrauch, Ausschlüsse und (sexualisierte) Gewalt auf unseren eigenen Veranstaltungen und in unseren Gruppenstrukturen passiert und sehen die Verantwortung, dem gemeinsam entgegenzuwirken.

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Präventiv handeln

Wir führen interne Fortbildungen durch, um unser Bewusstsein zu schärfen und unser Wissen zu erweitern, um präventiv zu erkennen, wo bei uns Diskriminierung und diskriminierungsbedingte Gewalt passieren.

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Unterstützung für Betroffene

Wir wollen mit unserer Unterstützung die Handlungsfähigkeit von betroffenen Personen stärken. Unsere Unterstützung basiert auf dem Prinzip der Parteilichkeit, der Transparenz und der Definitionsmacht.

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Kritik & Anpassung

Awarenessarbeit ist ein laufender Prozess, der immer wieder Anpassung braucht.

In unserer praktischen Unterstützungsarbeit handeln wir parteilich und richten uns nach den Bedürfnissen von betroffenen Personen. Wir bewerten stattgefundene Übergriffe und/ oder Diskriminierungen nicht.

Wir orientieren uns an Formen von Definitionsmacht. Das bedeutet, wir übernehmen die Begriffe, die die betroffene Person nutzt. Wir nehmen uns ausreichend Zeit für Unterstützungsgespräche.

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Hausrecht

Wir können als Awareness-Team das Hausrecht ausüben und Personen von der Veranstaltung verweisen. Aber: Die Umsetzung des Hausrechts liegt nicht im Aufgabenbereich des Awareness-Teams, sondern z.B. bei der Security.

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Sichtbarkeit

Unser Awareness-Angebot ist niederschwellig zugänglich. Wir sind einfach erreichbar und sichtbar. Anwesende Personen werden aktiv über unser Angebot informiert (z.B. mehrsprachige Flyer/Plakate/Ankündigungen).

Work in progress/Aussicht/Vorausschau:

Alle Veranstaltungsbereiche sollen aktiv involviert werden. Awareness soll als Schnittstelle an alle Bereiche angebunden sein. Diskriminierungssensibilität in Programmplanung, Öffentlichkeitsarbeit, Sicherheitskonzept und Personalplanung ist stetig im Prozess.

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